Büro des Ministers of Foreign Affairs

  • Der Sohn des vernischen Königs und Repräsentant der Krone auf den Mathildischen Inseln fragt nach einem Gesprächstermin an.

    His Ryal Heichness

    Prince Lachlan o Verness,

    Duke o New Kirkmont, Earl o Sterling an Younger o MacSterling

    Major-general an Chief o Staff o HSH Armed Forces

  • Da wären wir, Sir. Kann ich Sie für ein Tässchen Kaffee oder eine cup of tea erwärmen? Wir haben auch Moimoi hier. Hausgemacht, versteht sich.

    Minister of Foreign Affairs
    of the Republic of West Nerica

  • Bereitet den täglichen Papierkrieg für Umuto vor. Dringende Angelegenheiten kommen rechts auf den Schreibtisch, unwichtige links. So wie jeden Tag.

  • Kurz vor Ende der Fahrt mit dem staubigen Auto konnte Reis noch auf Roses letzte Aussage eingehen.


    Nicht "noch" - aber "wieder". Aber warum verwundert Sie das so?

  • Beim Laufen ins Büro antwortet Zauna.


    Sie war die Tochter des Königs. Ein Wort von ihr und ihr Papa hätte Sie wegen Steuerhinterziehung, dem Rauchen von Fischstäbchen oder sogar dem Trinken von wildgurkenhaltigem Wildgurkenbier einkerkern können. Er ist der König...


    ...und ich bin Rose. Nennen Sie mich ruhig Rose, Sir. Ja und das hier. Das ist das Büro.

    Oh und Beju ist auch schon aufgetischt. Wie praktisch. Endlich tut mal jemand hier seinen Job.

  • Schlappt, sichtlich eingeschüchtert von der guten Chemie zwischen Rose und Lord Reis, ein paar Schritte später ins Büro.

    Minister of Foreign Affairs
    of the Republic of West Nerica

  • Oh, keine Sorge. Unser König ist ein gütiger König. Gut, er hält es mir manchmal vor, dass ich mich heimlich im Schloss mit seiner damals minderjährigen Tochter getroffen und sie geschwängert habe... Aber er erkennt meine Dienste für unser Land auch an, hat mich mehrfach ausgezeichnet und ist zudem unheimlich stolz auf seine Enkeltochter.

    Aber ich bin beeindruckt davon, wie gut Sie sich mit meinem Heimatland auskennen,... Rose :) Nennen Sie mich einfach "Lordi", das tun die meisten.


    Er schaut sich im Büro um und lächelt die Ministerin an


    Ein wirklich gemütliches Büro haben Sie hier. Und tatsächlich steht Beju bereit! Ich bin rundum begeistert!

    Ist bei Ihnen alles in Ordnung? Sie wirken so, als habe das unerwartete Treffen mit Ihrer Verwandtschaft Sie ein wenig aus dem Konzept gebracht.

  • Ein wirklich gemütliches Büro haben Sie hier. Und tatsächlich steht Beju bereit! Ich bin rundum begeistert!

    Ist bei Ihnen alles in Ordnung? Sie wirken so, als habe das unerwartete Treffen mit Ihrer Verwandtschaft Sie ein wenig aus dem Konzept gebracht.

    Ehm was? Das hier?


    Sie sind sicher größere Empfangshallen gewohnt. In Nercia ist man etwas beschiedener. Wir prahlen nicht gerne.


    Bafundi deutet auf den Tisch und bietet ihrem Gast einen Stuhl an.


    Mein Neffe. Ja, das war unerwartet. Taucht einfach so auf. Die Welt ist klein, isn't it?

    Minister of Foreign Affairs
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  • Thank you :)


    Nachdem er sicher gestellt hat, dass die Damen sich auch setzen, nimmt er auf dem Stuhl Platz


    Und wissen Sie was? Ich mag das sehr. Andere Staaten bauen protzige Gebäude, richten sich piekfein ein und erschaffen eine Scheinwelt, um zu blenden. Das ist hier nicht der Fall.


    Ich muss schon sagen - ich bin beeindruckt. Der Markt war ein Erlebnis, Ihr Büro ist so herrlich ehrlich und Sie beide sind ein ungewöhnliches, aber hervorragendes Team. Und Ihr Neffe schien auch sehr nett zu sein - ja, die Welt ist unglaublich klein, da stimme ich Ihnen zu.


    Mit einem kurz abwesenden Blick denkt Reis über die Pause nach "Ich bin verdammt gut" nach. Bisher kann er das unterschreiben.

  • Es freut mich, dass Sie es so sehen, Sir. Die Schätze Nericas sind oft schwerer zu entdecken als auf anderen Kontinenten. Aber sie sind da. Leider vergessen das viele der Damen und Herren in den Palästen Anticas gerne.


    Das ist in etwa so wie mit meinem Neffen. Außen eher hart, aber innen drin, da ist er noch der kleine verspielte und herzensgute Junge von früher. Es ist nur schwer für Frauen das zu erkennen. Schade eigentlich. Kleine Kinder in der Familie wären doch so wunderbar.


    Schneidet den Happen aus ihremBeju.


    Essen Sie, essen Sie! Die Kokosnuss mit den geriebenen Cassava Wurzeln schmecken besonders lecker wenn sie noch warm sind.

    Minister of Foreign Affairs
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  • Hat sich ebenfalls an den Tisch gesetzt und isst elegant den ersten Bissen.


    Danke für das Kompliment, Lordi. Wir tun unser bestes mit den begrenzten Mitteln die wir haben.

    Sorgfalt und Vorbereitung sind ja aber Gott sei Dank keine Sache des Geldes, nicht wahr?

  • Nickt zustimmend während sie kaut.


    Wir sollten auch über's geschäftliche Reden. Sagen Sie Mister Reis, was bin ich Ihnen eigentlich für das wildgurkenfreie Wildgurkenbier schuldig?

    Minister of Foreign Affairs
    of the Republic of West Nerica

  • Er schneidet sich auch einen Bissen ab und probiert den Beju.


    Schuldig? Ich bitte Sie - das ist ein Gastgeschenk, als Zeichen unserer Dankbarkeit und als Grundlage für gute Gespräche.


    Lächelnd isst er noch ein paar Bissen.


    Sie haben nicht untertrieben. Es schmeckt wirklich sehr gut. Es geht nichts über ein gutes Essen in angenehmer Atmosphäre.


    Dabei schaut er Rose einen kleinen Moment länger an als Umuto - und mit einem etwas breiteren Lächeln.


    Aber ja, wir sollten auch über das Geschäftliche reden. Was wären die fünf Sachen, die Sie einem komplett unbelesenen Fremden sagen würden, um Westnerica zu beschreiben?

  • Well, thank you Sir. We do appreciate the gift.


    Lächelt ebenfalls und überlegt kurz bevor sie zu einer Antwort ansetzt.


    Der größte Unterschied ist wohl die Geschichte, nicht wahr? Nercia war nie sonderlich im Fokus der Weltöffentlichkeit. Die Hälfte des Kontinents ist heute noch in Besitz von Kolonialherren aus Antica. Was Nercia möchte spielt in den fernen Mamorpalästen im Norden doch kaum eine Rolle. Einige wenige Länder aber konnten sich befreien. Darunter West Nerica. Ja, wir haben nicht den Reichtum um überall mitzuhalten. Aber wir haben unseren Stolz. Wir sind frei und selbstbestimmt. Etwas, das nur wenige Menschen auf unserem schönen Kontinent von sich behaupten können.


    Das ist auch der Grund für viele unsere Eigenheiten. Die meisten Menschen in unserem Land lieben Besucher. Touristen sind willkommen. Geschäftliche Dinge dagegen sind schwieriger. Sie müssen eines in West Nerica verstehen, Mr Reis: Wenn so viele der eigenen Vorfahren auf Plantagen gearbeitet haben oder verschleppt wurden beeinflusst das einen Menschen.
    Sie würden Probleme haben Menschen zu finden, die für einen Chef mit weißer Hautfarbe arbeiten würden. Diese Dinge erinnern die Bürger West Nericas an die blutigsten und dunkelsten Momente ihrer eigenen Familiengeschichte.

    Bafundi nippt nachdenklich am Orangensaft.


    Es gibt aber selbstredend auch schönere Dinge als die Geschichte in West Nerica: Beispielsweise eine Kultur, die für viele Bewohner Anticas exotisch anmuten dürfte. Oder die besten Erdnüsse der Welt! Wussten Sie, dass in West Nerica fünf Erdnusssorten wachsen? Die in ihrer Lieblingsbar in Pottyland sind, mit Verlaub, nur Ausschussware dagegen!


    Ich würde mich freuen Ihnen ein paar Säcke an Erdnüssen mitgeben zu können. Wir bauen gerade eine Initiative auf um sie zu vermarkten.


    Umuto zieht ein Prospekt mit einem etwas zu kindlich wirkendem Logo hervor.


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    Wie auch immer. Auch unsere geologische Lage ist nicht von schlechten Eltern, that's for sure. Im Norden beginnen die ersten Ausläufer des tropischen Regenwalds während wir im westen Kokospalmen und weiße Sandstrände auf Kukum unser Eigen nennen dürfen. Der Osten ist dagegen weniger segensreich. Im Marketing würde man Ayos-Eboko vielleicht ein "El Dorado for sandboarders" nennen. In Wirklichkeit ist die Gegend unwirtlich, sandig und kaum einladend. Ich will Ihnen nichts vormachen, Mister Reis. Es ist selbst für Nericaner gefährlich sich dort aufzuhalten. Die willkürliche Grenzziehung und das unwegsame Gelände gepaart mit dem Mangel an Wasser sorgen noch heute, so viele Jahre nach Ende der Kolonialzeit, für soziale Spannungen. Innenpolitisch ist die Region eine einzige Katastrophe.


    Umuto zählt an ihren Fingern nach. Das waren vier Punkte. Fehlt noch einer...


    Erwähnenswert ist vielleicht noch unser Militär. Leider haben die Jahre der Fremdbestimmung auch radikalere Kräfte hervorgebracht. Weite Teile des Staatshaushaltes fleißen in den Ausbau der Landesverteidigung. Not a pleasant development, if you'd ask me. Aber erzählen Sie das den Generälen oder dem Prime Minister. Die ticken da leider wie ein Großteil der Bürger in West Nerica. Es mag verständlich sein. Wir dachten schon einmal, dass unser Land und unsere Menschen nichts zu fürchten brauchen. Dann kamen die Sklavenhändler mit Gewehren.

    Ich persönlich teile ich diese Angst nicht. Die Welt ist eine andere heutzutage. Aber wie das eben mit Angst so ist - mit Objektivität ist es schwer gegen starke Gefühle anzukommen.

    Minister of Foreign Affairs
    of the Republic of West Nerica

  • Und was wären die fünf Dinge die es über Pottyland ... oder dich selbst ... zu sagen gäbe?

    Rose wickelt ihre Harre frech grinsend um einen ihrer Finger.

  • Der größte Unterschied ist wohl die Geschichte, nicht wahr? Nercia war nie sonderlich im Fokus der Weltöffentlichkeit. Die Hälfte des Kontinents ist heute noch in Besitz von Kolonialherren aus Antica. Was Nercia möchte spielt in den fernen Mamorpalästen im Norden doch kaum eine Rolle. Einige wenige Länder aber konnten sich befreien. Darunter West Nerica. Ja, wir haben nicht den Reichtum um überall mitzuhalten. Aber wir haben unseren Stolz. Wir sind frei und selbstbestimmt. Etwas, das nur wenige Menschen auf unserem schönen Kontinent von sich behaupten können.

    Nun, der Kontinent Nerica ist tatsächlich recht wenig im Fokus der Öffentlichkeit, das stimmt. Und wenn, dann dominieren Krisengebiete wie Farnestan & al-Bathia die Medien. Ist das gerecht? Ich denke nicht.

    Allerdings befindet sich ein großer Teil der futunischen Hegemonie im Nordosten Nericas. Futuna ist ein langjähriger Partner Pottylands. Und ich kann nur den futunischen Sternentraumtee empfehlen, danach schlafen Sie wie ein Baby.

    Die Anzahl nennenswerter eigenständiger Staaten in Nerica ist leider auch überschaubar. Neben Westnerica kommen mir da nur Schwarzhahnland, Verland und Aquatropolis in den Sinn. Unsere Freunde aus Tír Na nÓg sind ja ein wenig vorgelagert auf einer Insel, allerdings befindet sich Rajansa in Nerica.


    Aber da Sie es ansprechen - was möchte Nerica, in Ihren Worten?

    Das ist auch der Grund für viele unsere Eigenheiten. Die meisten Menschen in unserem Land lieben Besucher. Touristen sind willkommen. Geschäftliche Dinge dagegen sind schwieriger. Sie müssen eines in West Nerica verstehen, Mr Reis: Wenn so viele der eigenen Vorfahren auf Plantagen gearbeitet haben oder verschleppt wurden beeinflusst das einen Menschen.
    Sie würden Probleme haben Menschen zu finden, die für einen Chef mit weißer Hautfarbe arbeiten würden. Diese Dinge erinnern die Bürger West Nericas an die blutigsten und dunkelsten Momente ihrer eigenen Familiengeschichte.

    Das kann ich natürlich verstehen. Ich hoffe sehr, dass dieses Trauma überwunden werden kann. In Pottyland spielen Herkunft und Hautfarbe keine Rolle und ich hoffe sehr, dass diese Einstellung eines Tages auf der ganzen Welt verbreitet ist. Ja, da bin ich ein Träumer und Naivling... oder Idealist, wie man möchte.

    Es gibt aber selbstredend auch schönere Dinge als die Geschichte in West Nerica: Beispielsweise eine Kultur, die für viele Bewohner Anticas exotisch anmuten dürfte. Oder die besten Erdnüsse der Welt! Wussten Sie, dass in West Nerica fünf Erdnusssorten wachsen? Die in ihrer Lieblingsbar in Pottyland sind, mit Verlaub, nur Ausschussware dagegen!


    Ich würde mich freuen Ihnen ein paar Säcke an Erdnüssen mitgeben zu können. Wir bauen gerade eine Initiative auf um sie zu vermarkten.

    Das Angebot nehme ich liebend gerne an - und das Logo ist sehr prägnant! Die Nachfrage an Knabbersachen, gerade Erdnüssen, ist bei uns sehr groß.

    Wie auch immer. Auch unsere geologische Lage ist nicht von schlechten Eltern, that's for sure. Im Norden beginnen die ersten Ausläufer des tropischen Regenwalds während wir im westen Kokospalmen und weiße Sandstrände auf Kukum unser Eigen nennen dürfen. Der Osten ist dagegen weniger segensreich. Im Marketing würde man Ayos-Eboko vielleicht ein "El Dorado for sandboarders" nennen. In Wirklichkeit ist die Gegend unwirtlich, sandig und kaum einladend. Ich will Ihnen nichts vormachen, Mister Reis. Es ist selbst für Nericaner gefährlich sich dort aufzuhalten. Die willkürliche Grenzziehung und das unwegsame Gelände gepaart mit dem Mangel an Wasser sorgen noch heute, so viele Jahre nach Ende der Kolonialzeit, für soziale Spannungen. Innenpolitisch ist die Region eine einzige Katastrophe.

    Vor allem liegt Westnerica direkt am Ozean. Das ist nicht zu verachten, findet doch ein beträchtlicher Teil des Welthandels per Schiff statt. Ein großer und wichtiger Umschlaghafen liegt in Fjördstovien, im Nordosten Pottylands. Und es ist kaum möglich, vom Süden aus nach Antica zu kommen, ohne pottyländische Hoheitsgewässer zu durchqueren.


    Wie sehen denn die Pläne für den Osten aus? Bestehen Möglichkeiten, diese Region zu stabilisieren und zu kultivieren?

    Erwähnenswert ist vielleicht noch unser Militär. Leider haben die Jahre der Fremdbestimmung auch radikalere Kräfte hervorgebracht. Weite Teile des Staatshaushaltes fleißen in den Ausbau der Landesverteidigung. Not a pleasant development, if you'd ask me. Aber erzählen Sie das den Generälen oder dem Prime Minister. Die ticken da leider wie ein Großteil der Bürger in West Nerica. Es mag verständlich sein. Wir dachten schon einmal, dass unser Land und unsere Menschen nichts zu fürchten brauchen. Dann kamen die Sklavenhändler mit Gewehren.

    Ich persönlich teile ich diese Angst nicht. Die Welt ist eine andere heutzutage. Aber wie das eben mit Angst so ist - mit Objektivität ist es schwer gegen starke Gefühle anzukommen.

    Ich bin froh, dass Sie so über das Militär denken. Letzten Endes ist es wohl leider notwendig, ein solches zur Landesverteidigung zu unterhalten - auch wenn ich davon ein sehr großer Kritiker bin. Doch die Angst blockiert die Köpfe vieler Leute und ein funktionierendes Militär verschafft zumindest das Gefühl von Sicherheit für einige Leute. Mich hingegen macht es eher nervöser.

    Und was wären die fünf Dinge die es über Pottyland ... oder dich selbst ... zu sagen gäbe?

    Rose wickelt ihre Harre frech grinsend um einen ihrer Finger.

    Die fünf Dinge über mich spare ich mir lieber für nach den dienstlichen Besprechungen auf... oder lasse dich sie herausfinden ;)


    Über Pottyland gibt es unfassbar viel zu erzählen. Das auf fünf Dinge zu beschränken, wird schwierig, aber ich versuche es.


    An erster Stelle steht bei uns natürlich der Humor. Wir Pottyheads lachen viel und gerne, über alles mögliche. Der pottyländische Humor geht zurück auf meinen Vorfahren Karl Auer, den Erfinder der Schwerkraft und der Kalauer. Ihm zu Ehren feiern wir den ersten April eines jeden Jahres mit einer Salve an guten und grauenhaften Witzen, um ihm an seinem Todestag zu ehren. Dank ihm (und mir) haben wir auch das Ministerium für Kalauer und schlechte Witze, dem ich als Minister vorstehe und das sicherstellen soll, dass Pottyland nie zu ernst wird.


    Mindestens genau so wichtig und prägend ist bei uns die Aufgabe des Sexualministeriums. Dieses stellt sicher, dass eine sexuelle Grundversorgung in Pottyland stets gewährleistet ist, die Amüsierbetriebe höchsten hygienischen und professionellen Standards entsprechen, über Verhütung hinreichend aufgeklärt wird und - am wichtigsten - die Gleichberechtigung aller Geschlechter und Gender uneingeschränkt besteht. Unter anderem darum gibt es bei uns auch nur gemischte Sportteams, was es uns beinahe unmöglich gemacht hatte, bei der diesjährigen World Football Trophy anzutreten.


    Sehr prägnant für Pottyland und in aller Welt ist natürlich die Kultur. Pottyland ist unheimlich musikalisch. Unsere Teilnehmer haben bisher jeden MSAMC - den Micronation Sound and Music Contest - gewonnen und Pottyland besitzt die einzige mir bekannte international tätige Firma, die sich um Jingles, Werbungen, Soundtracks, Erkennungsmelodien und alles andere akustische bezieht.

    Zur Kultur gehört natürlich auch die Literatur. In unserem Büchverlag B.Ü.C.H.E.R. werden Werke von Autoren aus aller Welt veröffentlicht, unter anderem auch Biographien wichtiger Persönlichkeiten wie Chmuhl Pansen, Kannimal Lecken, Pawel B. Axelrod oder anderen.

    Ich war einfach mal so frei und habe eine kleine Auswahl mitgebracht...


    Er holt ein paar Bücher aus seiner Aktentasche und legt sie auf den Tisch.


    Rose, vielleicht interessiert dich das Buch Das Mädcheninternat - Best Days of my Life ja... aber bitte erst lesen, nachdem ich wieder nach Hause gereist bin ;)

    Unsere aktuellen Bestseller sind der Thriller Vergeltungsschlampe, der auch verfilmt wurde und aktuell in unseren Kinos läuft, sowie der Roman Falsche Freunde und die hervorragende Kombination aus Kinderbuch und Reiseführer Mit dem Obersten Hirten und Leoly zu den Frosta-Inseln. Falls es Sie und dich interessiert, wünsche ich viel Spaß - und wenn nicht, freut sich bestimmt jemand anders darüber.


    So, wo war ich stehengeblieben? Ach ja, Kultur. Dazu zählt auch bei uns das Kino. Die Kinokette ULTRAPLEX erfreut sich international großer Beliebtheit, viele internationale Filmproduktionsfirmen beteiligen sich daran. Und wer Museen und so etwas mag, wird in Karlstadt auf der Nordinsel fündig. Strenggenommen gehören auch der Konsum von Alkohol und Hanf zu unserer Kultur, aber das driftet auch sehr in den Bereich Wirtschaft hinein und damit hätte ich einen Punkt "geschunden":


  • Das waren jetzt drei Punkte - und schon wird es schwierig, die letzten beiden Punkte zu sortieren. Was ist wichtiger - Sport, Philosophie, Politik?


    Man kann natürlich nicht über Pottyland reden, ohne König Potty von Pottystein, unseren Souverän und den Hüter unserer Verfassung, zu erwähnen. Er herrscht seit mittlerweile 18 Jahren gütig und weise über das Königreich. Seine Entscheidungen sind stets bedacht und mit Weitsicht getroffen, er hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen des Volkes und richtet sein Handeln immer danach aus, das bestmögliche für sein Volk zu erreichen.

    Wir sind eine konstitutionelle Monarchie, doch de facto könnte der König sämtliche Macht alleine ausüben. Das wirkt auf dem Papier vielleicht wie eine Art Diktatur, doch ist ein Machtgefüge immer so zu verstehen, wie es faktisch ausgestaltet wird. Der König trifft keine Entscheidung, ohne sich ausgiebig mit den Experten zu diesem Thema zu beraten - seien es die Minister, Botschafter oder die Bürger. Jeder findet bei ihm ein offenes Ohr und er erkennt Leistungen nicht nur an, sondern belohnt sie großzügig.


    Und der letzte, aber nicht unwichtigste, Punkt ist mit Sicherheit der schon kurz angerissene Sport. Wir lieben Sportarten, je verrückter, desto besser. Neben Fußball, Baseball, Eishockey und Sackhüpfen sind auch Sportarten wie Eierlaufen, Handtuchwerfen, Sommerlochgolf oder das RödRemische RasentRaktorRennen (RRRRR) unglaublich beliebt. Und wie schon erwähnt: Unsere Teams sind grundsätzlich nicht nach Geschlechtern getrennt. Männer, Frauen und Diverse spielen gemeinsam, einfach weil sie es können.


    Er leert sein Glas Orangensaft - nach den langen Ausführungen hat er Durst bekommen.

  • Aber da Sie es ansprechen - was möchte Nerica, in Ihren Worten?

    West Nerica ist selbstverständlich nicht einzige Stimme des vergessenen Kontinents. Aber immerhin ist unsere Stimme näher an dem was Nerica möchte als eine Stimme aus ... sagen wir ... Alberina.


    Wenn Sie mich so fragen, dann denke ich, dass Nerica gehört werden möchte. Als gleichberechtigter Partner. Auch sollten die Nachteile des Imperialismus dringend ausgeglichen werden. Die Startbedingungen in diesem Teil der Welt sind die Folge der imperialistischen Historien der Großmächte und kein reines internes Problem Nericas. Wir hatten schlicht nie die Chancen wie sie andere hatten. Und das aufgrund von Entscheidungen die in fernen Ländern getroffen wurden.


    Das kann ich natürlich verstehen. Ich hoffe sehr, dass dieses Trauma überwunden werden kann. In Pottyland spielen Herkunft und Hautfarbe keine Rolle und ich hoffe sehr, dass diese Einstellung eines Tages auf der ganzen Welt verbreitet ist. Ja, da bin ich ein Träumer und Naivling... oder Idealist, wie man möchte.

    Gegen Idealismus ist doch nichts einzuwenden. Es sind nicht die kleinen Schritte, sondern die undenkbaren, die Menschen am Ende in Geschichtsbücher bringen. Nur gibt es Wunden die zu tief sind um in Vergessenheit zu geraten.


    Und Sie dürfen nicht den strukturellen Rassismus außer Acht lassen. Wie viele Farbige sitzen denn aktuell an den Tischen der ganzen Weltunionen? Vom Internationalen Rat bis zum Völkerbund werden alle internationalen Vereinigungen seit jeher ausschließlich von Weißen dominiert. Die Sitzungen finden auch nicht etwa auf der ganzen Welt gleichermaßen statt. Sie konzentrieren sich auf Antica. Dasselbe gilt nahezu überall. Selbst in Valsanto. Wann gab es denn je einen Papst der nicht weiße Haut hatte und aus Atica stammte?

    Als nericastämmiger Mensch hat man es auf dieser Welt in aller Regel schwerer etwas zu erreichen. Die Strukturen begünstigen zumindest fahrlässig diese Tatsache. Idealismus ist daher dringend, sehr dringend notwendig in der heutigen Welt, in my humble opinion. Ein Lichtblick ist immerhin, dass die Vereinigten Staaten von Astor schon viele Präsidenten hatten deren Vorfahren von diesem Kontinent kamen.


    Vor allem liegt Westnerica direkt am Ozean. Das ist nicht zu verachten, findet doch ein beträchtlicher Teil des Welthandels per Schiff statt. Ein großer und wichtiger Umschlaghafen liegt in Fjördstovien, im Nordosten Pottylands. Und es ist kaum möglich, vom Süden aus nach Antica zu kommen, ohne pottyländische Hoheitsgewässer zu durchqueren.

    Selbstverständlich könnte man an Pottyland vorbeifahren.


    Bafundi muss lachen aber bevor Lord Reis antworten kann schiebt sie hinterher.


    Wir sind uns schon einig, dass es sinnvoller ist durch pottyländische Gewässer zu fahren und ein paar Tage zu sparen. Sofern die Steuern und Hafengebühren nicht zu hoch sind zumindest. Am Ende ist alles immer eine Frage des Preises, nicht wahr? Aber gerade wenn ein Absatzmarkt auf dem Weg nach Antica liegt, dann wäre es ja wirtschaftlicher Unsinn nicht in Fjördovien zu halten. Sie sollten diese Erdnüsse wirklich in den Bars zu Hause verteilen. Ich hoffe die Menschen in Pottyland haben keine Erdnuss-Allergie. Das wäre sehr ungünstig für uns.



    Wie sehen denn die Pläne für den Osten aus? Bestehen Möglichkeiten, diese Region zu stabilisieren und zu kultivieren?


    Was den Osten angeht ... nun ehrlich gesagt nicht. Wen kümmert es wo die Grenze liegt um ob sie sicher ist? Da gibt es nichts. Die Ölquellen müssen abgesichert sein und der Rest ist eher eine Frage der nationalen Ehre denn eine Notwendigkeit. In der Wüste lässt sich auch nichts anbauen ... und für Sandburgenwettbewerbe können wir auch nach Kukum fahren, nicht wahr?

    Minister of Foreign Affairs
    of the Republic of West Nerica

  • Nimmt, leicht peinlich berührt, das Buch entgegen. Das Mädcheninternat? Hört sich nach einer vielversprechenden Lektüre an. Aber sie musste dringend aufpassen es nicht ins Bücherregal zu stellen. Wenn ihre Mutter käme, dann könnte das unangenehme Fragen nach sich ziehen.


    Ich wusste gar nicht, dass Pottyland eine so aktive Kultur- und Sportszene hat. Das ist ja großartig!


    Doch, ich denke da können wir uns wirklich sehr viel abschauen. Nicht wahr, Umuto?