Treffen mit dem Staatspresident Kuiper-Post

  • Für das Treffen zwischen den beiden Staatsmännern wurde das traditionelle Gericht Surya aufgefahren. Daneben stehen diverse Soft-Drinks, Kaffee und Wasser bereit.



  • Nachdem die beiden angekommen sind, werden die Türen geschlossen.


    Da wären wir, Mr Staatspresident. Setzen Sie sich doch bitte.


    Gibt es denn Themen, die Sie gerne besprechen möchten? Wir haben auch einige wenige Punkt, allerdings können die auch warten.

  • Setzt sich.


    Durchaus, dem Vrystaat wäre zunächst ein Grundlagenvertrag wichtig, nach Rücksprache mit den führenden Wirtschaftskräften unseres Landes wäre auch Zollpolitik und für meine Begriffe auch weitere Zusammenarbeit in der Wirtschaftspolitik erstrebenswert.

  • Wie sähe denn so ein Grundlagenvertrag aus?


    Bei Fragen zu Zollthemen und wirtschaftlicher Zusammenarbeit kommt es auf die Wirtschaftsbereiche an. Bei Agrarprodukten und Erdöl sind wir selbstverständlich gesprächsbereit.

  • Ich hätte hier folgenden Entwurf:


    Grundlagenvertrag
    zwischen dem
    Vrystaat Verland und der Republic of Westnerica


    Prambel: Der Grundlagenvertrag zwischen dem Vrystaat Verland und der Republic of Westnerica wir der Regelung der diplomatischen Verhältnisse sowie des Kontakts der beiden Länder dienlich. Er soll das friedliche Miteinander auf dem Kontinent Nerica fördern und eine gemeinsame Basis für zukünftige Kooperation bilden


    Artikel I - .Diplomatischer Beziehungsstatus

    1. Alle Vertragsunterzeichner verpflichten sich den Status der gegenseitigen Beziehung zu den anderen Unterzeichnern als "freundlich" ein.


    Artikel II - Botschafteraustausch

    1. Die vertragschließenden Parteien bekräftigen ihren Wunsch Botschafter oder bevollmächtigte Diplomaten auszutauschen, die nach den Bestimmungen der jeweiligen Partei akkreditiert sein müssen. Eine Verpflichtung zum Botschafteraustausch besteht nicht.


    Artikel III - Konfliktregelung

    1. Meinungsverschiedenheiten und Konflikte werden möglichst auf friedlichem,

    diplomatischem Weg, notfalls unter Vermittlung von Drittstaaten oder einer Internationalen Organisation geregelt.


    Artikel IV - Kündigung des Vertrages

    1. Dieser Vertrag kann einseitig mit schriftlicher Begründung und einer zweiwöchigen Kündigungsfrist aufgekündigt werden. Während dieser Frist sind klärende Gespräche zwischen den Vertragsparteien zu führen.


    Artikel V - Schlussbestimmungen

    1. Die Vertragspartner kommen überein, dass Vorschläge zur Änderung des Inhaltes sowie der Gültigkeit des Vertrages schriftlich dem Vertragspartner mitgeteilt werden und nur bei beiderseitigem Einverständnis getätigt werden können.

    2. Der Vertrag hat unbeschränkte Laufzeit.

    3. Der Vertrag tritt nach Unterzeichnung durch beide Vertragspartner in Kraft.



    Für den Vrystaat Verland

    (Unterschrift)

    Für die Republic of West Nerica

    (Unterschrift)




    Dies ist der Grundstock, er wird selbstverständlich um die weiteren Regelungen, welche wir heute treffen sollten erweitert. Was die Wirtschaftspolitik betrifft wären wir am Öl interressiert. Auf unserer Seite sind wir vorrallem auf unsere Rohstoffe und ebenso auf die Landwirtschaft spezialisiert. Wir sind ein besonders rohstoffreiches Land, so sind wir weltweit wichtigster Produzent von Gold, Platin, Chrom und Mangan und besitzen große Vorkommen an Diamanten, Steinkohle, Eisenerz, Nickel und Uran.

  • Ausgezeichnet. Ich denke der Grundlagenvertrag kann vom Independent Parliament uneingeschränkt ratifiziert werden.


    Schenkt sich Kaffee ein und nippt an der Tasse bevor er fortfährt.


    In Sachen Wirtschaft scheint es als würden sich Verland und West Nerica sehr gut ergänzen. Bergbau und Mining gehören nun wahrlich nicht zu unseren Stärken.

  • Dann freut es mich ja. Ich denke Nericas Staaten sollten sich wirtschaftlich aufbauen. Der Vrystaat Verland würde sich für eine Senkung der Zölle auf West-nericanisches Öl bereiterklären. Sie könnten im Gegenzug einen Import von Waren, hauptsächlich aus Verland anstoßen.

  • Das können wir tun. Unser beider Länder würden davon profitieren, keine Frage.


    Sie sind aber ebenso Politiker wie ich, Sir. Sie wissen, dass es darauf nicht immer ankommt. Ich kann Ihnen schon jetzt sagen wie das Parlament dazu stimmen wird. Einen unverbindlichen Freundschaftsvertrag wird es durchwinken, dessen bin ich mir sicher Mister Kuiper-Post.


    Er legt eine kleine Pause ein und räuspert sich.


    Bei einem konkreten Vertrag, der auch dem Vrystaat nützt wird es schwerer. Ich kann Ihnen nicht helfen solange die Mehrheit in West Nerica Verland hauptsächlich als Staat der Nachkommen von weißen Sklavenhändlern wahrnimmt. Hierzulande entspräche das politischem Selbstmord, Sir.

  • Wird ernster.


    Von einem Vertrag sollten nach meinem Verständnis immer zwei Seiten profitieren Mr Prime Minister, ich bin daher nicht gewillt einen Vertrag einzugehen der Verland benachteiligen würden, denn auch unser Parlament würde ihn nicht annehmen. Wenn sie ihre Klichees vom Vrystaat nicht abwerfen werden sie auch weiterhin ihre isolierte Lage auf dem Kontinent beibehalten. Und wie ich bereits in meinem persönlichen Antwortschreiben auf ihre Anfrage andeutete, werde ich auch nicht wegen ihnen einen Eingriff in die aktuelle Regierung oder Innenpolitik meines Landes bezüglich der dunkelhäutigen Bevölkerung vornehmen.

  • Sie haben mich missverstanden. Ich hätte mich klarer ausdrücken sollen, entschuldigen Sie. Selbstverständlich sollten beide Seiten profitieren. Doch solange Sie nicht gewillt sind die Macht im Vrystaat mit Ihren nericastämmigen Mitmenschen zu teilen, wird es mit West Nerica keine Verträge geben können von denen der Vrystaat profitieren könnte. Insofern ist es besser es der von Ihnen vorgeschlagenen Absichtserklärung zu belassen. All diese Punkte sind seit jeher Inbegriff west-nericanischen Handelns und ich kann begründen weshalb das Parliament zustimmen sollte. Verland würde auch ohne jenen Vertrag von jenen Vorteilen profitieren.


    Die Menschen hier haben einen Unabhängigkeitskrieg gegen Imperialisten geführt um Nerica Selbstbestimmung und Würde zurückzugeben. Menschenrechte und Gleichbehandlung für alle Hautfarben sind keine Fragen der Innenpolitik, sondern universell gültig. Sie machen nicht an Staatsgrenzen halt, Mr Kuiper-Post. Wir finden, die Apartheit lebt in der politischen Vertretung Verlands noch immer weiter. Eine Lektion aus den Jahren der Fremdbestimmtheit Nericas war es zu lernen, dass Worte geduldig und es letztlich die Taten sind die zählen. Taten, die - bei allem Respekt Mr Staatspresident - in Verland noch zu erbringen sind.


    Verstehen Sie mich nicht falsch, Mr Kuiper-Post. Sie sollten die Teilung der Macht mit Ihren nericastämmigen Mitbürgern nicht meinetwegen, sondern wegen Ihres Landes berücksichtigen. Ein Viertel Ihrer Landsleute sind ohne politische Vertretung. Das ist der Grund weshalb Sie agieren sollten, nicht weil es ein anderes Land von Ihnen verlangt. Ob Sie das tun liegt in der Tat an Ihnen. So wie es an mir liegt zu entscheiden ob ich gewillt bin eine Niederlage im Parliament einzustecken indem ich den Vrystaat öffentlich unterstütze oder nicht.


    Steht auf und bietet Staatspresident Kuiper-Post die Hand an.


    Ich schlage vor, dass wir vor der Presse nicht auf diese Frage, sondern auf den Freundschaftsvertrag eingehen, Mr Staatspresident. Damit bliebe der Staatsbesuch für uns beide ein Erfolg. Was meinen Sie?

  • Nun mein formalles Problem daran ist, das sie Neyla Makeba wohl nicht als Teil der Regierung ansehen. Dabei ist diese Frau formalles Mitglied im Uitvoerende Raad und hat als Superintendent van Naturelle sogar die konkrete Aufgabe die Interressen der Nǀoakwe innerhalb der Regierung zu vertreten auch wenn ich sie nicht dazu bestimmt habe sondern noch mein Vorgänger ist sie, im übrigen schon seit längerer Zeit, formales Mitglied. Bei allem Respekt aber wenn sie nichtmal ein Mitglied unserer Regierung anerkennen und unsern Staat weiterhin als Land in dem Apartheit betrieben wird betrachten sehe ich keinen Grund für weitere Gespräche im aktuellen Rahmen und dann kann und werde ich auch keinen Grundlagenvertrag unterzeichnen , weil zumindest von unserer Seite die Beziehungen nicht als freundlich eingestuft werden können.

  • Jahrhunderte voller Unrecht kann kein Gesetz der Welt aus den Köpfen verbannen, Mr Kuiper-Post. Miss Makeba ist leider nicht hier bei Ihnen. Insofern muss ich mit den Informationen leben die es hierher geschafft haben. In West Nerica ist einzig und alleine eine Rede von ihr bekannt. Keine politische Meinung, keine einzige Zuwortmeldung in einem Gesetzgebungsverfahren - kurzum, kein politischer Einfluss. Eine Galionsfigur.


    Mir ist auch keine einzige verländische Entscheidung bekannt, die jemals auf die Rechte der nericastämmigen Bevölkerung abzielte. Eine Wiedergutmachung für die Zeit der Unterdrückung? Auch das gibt es in Verland nicht. Apartheit abzuschaffen heißt eben auch, dass man sie bekämpfen muss. Die entsprechenden Passagen aus dem Gesetz zu nehmen ist nur ein erster Schritt. Verland ist auf dem richtigen Weg, aber dieser hat eben erst begonnen. Wir begleiten Sie gerne auf dem Weg. Es ist nicht einfach. Aber das sind große Taten nie. Nur weswegen beschreiten wenige diesen Weg. Die, die es aber dennoch tun erwartet ein Eintrag in den Geschichtsbüchern.


    Wenn aber schon das zu viel Kritik ist, dann haben Sie vollkommen Recht, wenn Sie vorschlagen, dass wir es besser bei einem Händedruck belassen sollten, Mr Staatspresident. Freundschaft heißt für uns hier auch offen auszusprechen was wir denken. Für Kuscheldiplomatie müssten Sie weiter in den Norden Richtung Roldem fliegen. Die Verträge sind zahlreich dort. Sie müssen einfach den Namen des Landes einfügen und es geht los.


    In West Nerica halten wir von diesen Albernheiten nichts.

  • Natürlich gab es entsprechende Verträge Regelungen und Gesetze zur gegebenen Zeit. Diese sind jedoch bereits ausgelaufen oder für beendet erklärt worden weil wir durchaus der Meinung sind, die Integration in die Gesellschaft sei inzwischen vollzogen.

    Das ihre Betrachtung zu dieser Thematik offensichtlich negativer ist und das im besonderen ihre Bevölkerung, offensichtlich aufgrund mangelnder Aufklärung ein pannericanisches und durchaus einseitiges Bild Verlands zeichnet ist wohl auch nicht unser Anliegen.

    Auch eine Frau nur auf ihre bisher öffentlich gemachten Taten zu begrenzen ist kein tollerantes Verhalten ganz im Gegenteil die Frau nimmt sogar indirekt an Entscheidungen Teil und ist, so ist zumindest auch meine persönliche Einschätzung auch aktiv an der Debatte in der Regierung Teil.

    Auch der Vorwurf der Kuscheldiplomatie finde ich unverschämt. Schließlich führen wir ja wohl offenbar gerade eine Debatte und ich wäre sicherlich nun just in diesem Moment kein Staatspresident wenn ich nicht mit Gegenwind kämpfen kann.

  • Lassen Sie uns doch direkt auf das eigentliche Problem zu sprechen kommen, Mr Kuipser-Post.


    Nwankwo blickt sich im Raum umher und vergewissert sich nochmal, dass die beiden alleine sind.


    Sie sind ein Nachfahre der Kolonisten die vor Jahrhunderten Nericas Küsten heimgesucht haben. Dafür können Sie natürlich nichts, Mr Staatspresident. Es hat Sie ja niemand gefragt mit welcher Hautfarbe Sie denn geboren werden möchten.


    Dennoch ist es an der Zeit, dass die Macht in Nerica an jene zurückgereicht wird, denen sie mit Gewalt geraubt wurde. Sie sind privilegiert. Es waren nicht Ihre Großeltern die in Minen und auf Feldern ohne Lohn schuften mussten. Sie verstehen nicht was es mit einer Familie macht, wenn die Unfreiheit Generationen von Vorfahren geprägt hat. Der Tag mag kommen an dem Gleichheit herrscht und es keine Rolle spielt welchen Hintergrund ein Mensch hat. Dieser Tag ist aber noch fern.


    Ich meine, sehen Sie sich um, Sir. Nericaner sind auch in Verland benachteiligt. Oder ist es Zufall, dass all die Jahre kein Minister oder geschweige denn Prime Minister eine dunkle Hautfarbe hat? Die Benachteiligung lebt weiter. Sie wird Normalität, wenn aufhören uns zu fragen woran es liegt, dass kein nericastämmiger Minister existiert. Das ist es was wir strukturellen Rassismus nennen. Nicht Sie oder Ihre Regierung, auch nicht Verland, sind rassistisch. Das System ist es! Es bevorzugt die Nachfahren der Kolonisten noch immer und diese Auswirkungen sind statistisch messbar. Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass es purer Zufall ist, dass all die Jahre ausschließlich anticastämmige Menschen die höchsten politische Ämter inne hatten?

  • Muss ich dies als eine Drohung auffassen? Drohen sie mir wegen meiner Hautfarbe, für die ich nichts kann. Allein dass sie anreißen, dass die Macht "zurückgegeben" werden soll ist mehr als bedenklich. Nur weil sie denken wir Weißen wären übermäßig Priviligiert und säßen Hegemonial über Schwarz-Nerica heißt es noch lange nicht das man uns mit solchen Anfeindungen offenbar dazu auffordert uns widersätzlich der Demokratie einer schwarzen Mehrheit zu unterwerfen und am besten auch noch unterdrücken zu lassen. Auch ihre Begründung ist völlig sinnfrei, Gewalt erzeugt Gegengewalt, das dürften sie am besten wissen.


    Auch ihre Kritik an unserem System ist mir völlig unverständlich. Es gibt keine Regelung, die es einem dunkelhäutigen Bürger verbietet sich als Landdros oder Staatspresident zur Wahl aufzustellen und ebenso keine Einrichtung, die sie daran hindern würde. Ich denke es ist vielmehr das Desinteresse der Bevölkerung an der Politik. Schließlich geht es unserem Land wirtschaftlich einwandfrei und auch in unserer Sozialpolitik gibt es keinen Grund zur Sorge.

  • Sie wollen hier nicht andeuten, dass Nericastämmige sich nicht für Politik interessieren und einfach deshalb so wenige Politiker dieser Hautfarbe gibt, oder? Der Grund weshalb Verland von Weißen regiert wird ist nicht weil sich keine anderen dafür interessieren. Sie als Person sind privilegiert. Kommen Sie mir nicht damit, dass jeder dieselben Chancen hat.


    Was ist denn mit all dem Reichtum jener Familien, die von Sklaverei profitierten? Haben Sie die Nachkommen dieser Familien enteignet? Wir vererben Dinge, wie Sie wissen. Die Nachfahren jener Familien können nichts für die Verbrechen ihrer Vorfahren. Keine Frage. Und dennoch profitieren Sie davon. Die Startbedingungen hängen auch in Verland von der Hautfarbe ab. Es macht einen Unterschied ob Sie das Studium von Ihren Eltern bezahlt bekommen oder Sie nebenbei Nachtschichten an der Tankstelle schieben, weil Ihre Familie kein Geld hat um Sie zu unterstützen. Sie können sich doch vorstellen, dass diese Menschen anderes als die große Politik im Kopf haben. Politik ist ein Luxus um den man sich kümmern kann, wenn die primären Bedürfnisse des Menschen gedeckt sind.


    Nwankwo atmet tief durch.


    Wir werden bei diesem Thema nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, Mr Staatspresident. Offen gesprochen müssen wir das auch nicht. Wichtig ist wie wir vor die Presse treten, nicht wahr? Wir sollten uns auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren.


    Was halten Sie davon uns gemeinsam für Nerica stark zu machen? Wir lassen die Hautfarbe außen vor und konzentrieren uns darauf als unabhängige Staaten Nericas aufzutreten. Was sagen Sie dazu?